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// Anwendung 02 · Energie- und Wasserversorger

Was wurde am Hochbehälter geändert, und ist der Stand davor gesichert?

Zuletzt fachlich geprüft: · Andreas Schönfeld

IndustrialFlow bringt die Leit- und Fernwirktechnik von Wasserwerken, Kläranlagen und Netzen unter Versionskontrolle: Jede Änderung hat eine Freigabe, jeder freigegebene Stand lässt sich wieder einspielen.

Anwendung /02Nächtlicher Abgleich

03:00 Uhr · Versorgungsgebiet Nord

ABGLEICH 03:00 UHR · VERSORGUNGSGEBIET NORD1
58 identisch3 abweichend3 nicht erreichbar

Hochbehälter Eichenhöhe: Füllstand max. 4,35 m statt 4,20 m

Demo-SzenarioUm 03:00 Uhr prüft der Abgleich im Versorgungsgebiet Nord 64 Stationen: 58 identisch, 3 abweichend, 3 nicht erreichbar.
Am Hochbehälter Eichenhöhe steht der Grenzwert „Füllstand max.“ auf 4,35 m statt auf den freigegebenen 4,20 m. IndustrialFlow ordnet die Änderung der Fernwartungssitzung des Systemhauses vom Vortag zu, zwischen 14:12 und 14:37 Uhr.

Station eines Wasserversorgers am Waldrand in der Abenddämmerung, im Vordergrund ein Außenschrank mit Antenne und Signalleuchte
Stationen laufen über Jahrzehnte.
Der Stand muss es auch.
Symbolbild, mit KI erzeugt

// 01 Ausgangslage

Wo steht der Stand heute?

Ein Wasserversorger kommt schnell auf Dutzende Pumpwerke, Hochbehälter und Brunnen, ein Netzbetreiber auf Hunderte Stationen, jede mit eigener Steuerung und Fernwirkanlage.

  1. Unklarer Stand auf den Außenstationen.

    Welcher Programmstand wo läuft, steht in einem Ordner auf dem Netzlaufwerk.
    Ob er zur Station passt, zeigt sich erst, wenn jemand vor Ort online geht.

  2. Änderungen per Fernwartung am Projekt vorbei.

    Das Systemhaus passt einen Grenzwert an, die Projektdatei bleibt auf seinem Laptop.
    In der nächsten Störungsnacht sucht die Bereitschaft zuerst den Stand, statt den Fehler zu beheben.

  3. Nachweispflicht ohne Nachweisquelle.

    Im Audit setzt sich die Antwort auf die Frage nach der letzten Änderung aus Schichtbuch, Mails und Erinnerung zusammen.

  4. Lange Laufzeiten, wenige Köpfe.

    Leittechnik bleibt fünfzehn Jahre und länger in Betrieb, Engineering-Rechner werden wie Ersatzteile aufgehoben, und die Kollegen der Inbetriebnahme gehen in Rente.

// 02 Mit IndustrialFlow

Was ist in der Versorgung anders?

Häufige Releases sind in der Versorgung nicht das Ziel.

Es geht um Kontrolle über wenige Änderungen mit großer Wirkung, und um die Antwort auf die erste Frage jeder Störungsnacht: Welcher Stand läuft hier, und was wurde zuletzt geändert?

  • /01

    Ein nächtlicher Abgleich jeder Station.

    Die Pipeline liest die Stände, sichert sie und meldet, wo eine Station von ihrem freigegebenen Stand abweicht.

  • /02

    Auch das Systemhaus liefert per Merge Request.

    Eine Änderung per Fernwartung ohne Merge Request wird erkannt und der Sitzung zugeordnet.

  • /03

    Nachweise als Export statt als Sammelarbeit.

    Änderungsprotokoll, Sicherungsstände, Abweichungsberichte und Komponenteninventar liegen je Anlage und Zeitraum bereit.

Abgleich, Systemhaus, Störungsnacht

Der Abgleich läuft zeitgesteuert, etwa nachts, und rein lesend.
Sein Ergebnis zeigt, wie viele Stationen geprüft, identisch, abweichend oder nicht erreichbar waren, mit Verlauf über 90 Tage.
Jede Sicherung trägt Datum und Hash, jede Station das Datum ihres letzten erfolgreichen Wiederherstellungstests.

Das Systemhaus liefert über den Fernwartungszugang, den es heute schon nutzt, nur eben in das Repository statt auf einen USB-Stick.
Der Betreiber gibt frei.
Weicht eine Station nach einer Fernwartungssitzung ab, ohne dass ein Merge Request vorliegt, meldet IndustrialFlow das beiden Seiten.

Die Bereitschaft sieht im Repository, was vor drei Wochen an der Station geändert wurde, und spielt bei Bedarf den letzten freigegebenen Stand ein.

Abb. · Auch Änderungen des Systemhauses laufen über das Repository im eigenen Netz.
Der OT-Agent liest beim Abgleich zuerst den Hash und den vollständigen Stand nur bei einem Unterschied.

// 03 Vorher und nachher

Was ändert sich im Betrieb?

Der Stand jeder Station liegt im Repository.
Weicht eine Station ab, meldet das der nächtliche Abgleich.

Leitwarte, eine Person von hinten vor zwei Monitoren und einer Großbildwand mit Netzschema
Die erste Frage jeder Störungsnacht: Welcher Stand läuft hier?Symbolbild, mit KI erzeugt
Vorher und mit IndustrialFlow
ThemaVorherMit IndustrialFlow
Stand je StationOrdner auf dem Netzlaufwerkim Repository, regelmäßig abgeglichen
Änderung durch das Systemhausper Fernwartung, ohne SpurMerge Request mit Freigabe
Wiederherstellungletztes Backup suchenfreigegebenen Stand einspielen
Abweichung erkennenbei der nächsten Störungautomatische Meldung nach dem Abgleich
Nachweis im Auditvon Hand zusammengestelltExport aus der Historie
Wissen über die Anlagebei einer Personim Projekt dokumentiert

// 04 Anforderungen und Regelwerke

Was muss die Plattform für Versorger können?

Elf Anforderungen, ausgerichtet auf Bestätigung, Abweichung und Wiederherstellung, nicht auf Durchsatz.

Anforderungen und ihre Umsetzung
AnforderungUmsetzung in IndustrialFlowUmfang
Stand je StationStationsliste und schematisches Netzbild; Soll-Stand als Git-Tag, Ist-Stand mit Lesezeitpunkt, letzte SicherungGrundumfang
Regelmäßiger AbgleichPipeline liest die Stände zeitgesteuert, zuerst als Hash, vollständig nur bei Unterschied; Bandbreite je Station begrenzbarGrundumfang
Lesbarer DiffIEC-61850-Konfiguration (SCD, CID) zeilengenau, SPS-Bausteine im Textformat, sonst Hash-Vergleich mit HinweisGrundumfang
Sicherung und WiederherstellungSicherungsstände mit Datum, Hash und letztem Wiederherstellungstest; geführte Wiederherstellung für die BereitschaftGrundumfang
Vier-Augen-Prinzip bei kritischen AnlagenWiederherstellung und Einspielen nur mit zweiter BestätigungGrundumfang
Änderungen des SystemhausesMerge Request mit Organisation, Bezug zur Fernwartungssitzung und Freigabe durch den BetreiberGrundumfang
Änderung ohne Merge Request erkennenAbweichung wird der zeitgleichen Fernwartungssitzung zugeordnet und beiden Seiten gemeldetGrundumfang
NachweiseExport je Anlage und Zeitraum, gegliedert nach § 30 BSIG, IT-Sicherheitskatalog oder B3S WAGrundumfang
Vorfall und MeldefristenAlle Änderungen der letzten 30 Tage an den betroffenen Anlagen; Fristen nach § 32 BSIG als CountdownGrundumfang
Engineering-WerkzeugeWelche Werkzeugversion für welche Station nötig ist und auf welchem Rechner oder welcher VM sie verfügbar istGrundumfang
Sicht für das SystemhausMandantengetrennt, nur zugewiesene Anlagen und eigene Merge Requestsgeplant

Grundumfang heißt: im Pilot und in der ersten Version enthalten; geplant heißt: als Ausbaustufe vorgesehen und nachrüstbar.

Regelwerke für Betreiber · Stand IT-Sicherheitskatalog 29.09.2026
RegelwerkWas es verlangtNachweis aus IndustrialFlow
§ 30 BSIGBackup-Management und Wiederherstellung (Abs. 2 Nr. 3), Sicherheit bei Entwicklung und Wartung (Nr. 5)Sicherungsstände, Wiederherstellungstests, Änderungen mit Freigabe
§ 32 BSIGMeldung nach 24 h, 72 h und einem MonatVorfallansicht mit allen Änderungen der letzten 30 Tage, Fristen als Countdown
§ 39 BSIGNachweis alle drei Jahre für Betreiber kritischer AnlagenNachweisstand je kritischer Anlage, Export für das Audit
§ 5c EnWG, IT-SicherheitskatalogISMS nach ISO/IEC 27001 mit Änderungssteuerung der LeittechnikÄnderungsprotokoll und Inventar als Beleg für das ISMS
B3S WA (DVGW W 1060, Ausgabe 09/2024)Branchenstandard Wasser und AbwasserExport gegliedert nach den Maßnahmen des B3S WA
IEC 62443-2-4Anforderungen an Dienstleister: Konfigurationsmanagement, Fernzugriff, BackupMerge Requests des Systemhauses mit Bezug zur Fernwartungssitzung
KRITIS-DachgesetzPhysische Resilienz und WiederanlaufWiederherstellbarer Softwarestand als Beitrag zum Resilienzplan

// 05 90-Tage-Pilot

Wie läuft der Pilot an einer Anlage?

Der Pilot dauert 90 Tage und läuft an einer Anlage.
Jede Phase endet mit einem prüfbaren Kriterium.

  1. Phase 1 · Woche 1–2

    Bestandsaufnahme

    Eine Anlage erfasst · Stände abgeglichen · Abweichungsliste

    Abnahme · Abweichungen bekannt

  2. Phase 2 · Woche 3–4

    Git und Freigabe

    Git-Server im Netz · Projekte versioniert · Systemhaus angebunden

    Abnahme · erster Merge Request

  3. Phase 3 · Woche 5–8

    Abgleich

    OT-Agent in der Zone · Abgleich nachts · Sicherung je Station · Wiederherstellungstest

    Abnahme · Rücksicherung geprüft

  4. Phase 4 · Woche 9–12

    Nachweise

    Export nach § 30 BSIG · B3S WA oder Katalog · Bereitschaft geschult · Übergabe an Betrieb

    Abnahme · Pilot abgenommen

Pilot an einer Anlage mit dem Systemhaus, Phasen auf der Wochenskala.

Der Einstieg ist eine Anlage, bei der ein unklarer Stand am meisten kostet, oft ein Wasserwerk, eine Kläranlage oder ein Umspannwerk, an dem ein Systemhaus mitarbeitet.
Betreiber und Systemhaus sind von Anfang an beteiligt, weil der Nachweis beim Betreiber liegt und die Änderungen beim Systemhaus entstehen.

Die erste Phase bringt noch keine Pipeline, sondern die Liste der Abweichungen zwischen Station und Projektordner, mit der sich sofort arbeiten lässt.
In Phase 3 wird die Wiederherstellung an mindestens einer Station tatsächlich durchgespielt, weil § 30 BSIG einen geprüften Weg zurück verlangt und nicht nur eine Sicherung.

Für den Pilot brauchen wir von Ihnen

  1. /01die Liste der Stationen der Pilotanlage mit Steuerungen, Fernwirkanlagen und Kommunikationswegen
  2. /02die Engineering-Werkzeuge mit Versionen und den Ort, an dem sie heute laufen
  3. /03einen Platz für Git-Server und OT-Agent im eigenen Netz, auf Wunsch in der Zone der Leittechnik
  4. /04je eine Ansprechperson aus Leittechnik, Informationssicherheit und dem Systemhaus

Woran sich der Fortschritt messen lässt

Bestätigungsquote
Anteil der Stationen, deren Ist-Stand im letzten Abgleich bestätigt wurde
Offene Abweichungen
Anzahl und Alter der ältesten
Änderungen ohne Merge Request
je Monat und Dienstleister
Wiederherstellungstest
Anteil der Stationen mit erfolgreichem Test in den letzten 12 Monaten
Zeit bis Klarheit
von der Störungsmeldung bis Ist-Stand und letzte Änderung bekannt sind

Nächster Schritt

Erstgespräch zum Pilot.

Ob sich ein Pilot für Ihre Anlagen lohnt, klären wir vorher.
Im Erstgespräch gehen wir Toolchain, Baureihe oder Anlage und die Rolle Ihres Systemhauses durch, und Sie wissen danach, wie die erste Pipeline aussähe.

30 Minuten · unverbindlich · kein Vertriebsgespräch

TODO(andreas): Porträtfoto für das Erstgespräch
Andreas SchönfeldGeschäftsführer, Comquent GmbH